Chronik 90 Jahre Marinekameradschaft Passau e.V.

( verfasst vom 1.Vorsitzenden Rudolf Memminger )

Navigare necesse est - Seefahrt tut not

Das Zitat stammt von dem niederdeutschen, auf der Insel Finkenwerder in Hamburg geborenen Fischerssohn,  sein Name: Johannes Kinau. Unter dem  Pseudonym „ Gorch Fock“ wurde er als norddeutscher Dichter bekannt. Als Marinesoldat im 1.Weltkrieg fand er am 31.Mai 1916 in der Skagerrakschlacht auf seinem sinkenden, zerschossenen Kreuzer „ SMS Wiesbaden“ mit seinen Kameraden den Heldentod.

In seinen maritimen Geschichten beschrieb er nicht nur Fernweh nach anderen Kontinenten --- nein --- er war sich der Notwendigkeit bewusst, dass eine aufstrebende Industrienation wie Deutschland eine starke Marine braucht und eine funktionierende Handelsschifffahrt, die es zu sichern galt.

Seefahrt tut not. Das gilt heute genauso wie in früheren Zeiten. Gerade wir als Industrienation sind angewiesen auf Rohstoffe, die wir nicht besitzen. Sie kommen aus dem Ausland, aus Übersee. Ob Rohöl --- zur Verarbeitung zu Benzin, Diesel oder Plastik, Erz --- für unsere Eisen und Stahlwerke, Fisch, Südfrüchte, Gewürze aus fernen exotischen Ländern, und, und, und. Diese Liste von Importgütern könnte man beliebig erweitern. Die Produkte kommen mit Schiffen der Handelsmarine  in die deutschen Seehäfen. Deutschland als eine der weltweit größten Exportnation ohne See- bzw. Binnenschifffahrt  ist undenkbar. Unsere Bürger, also die Konsumenten der Güter und Waren aus dem Ausland, werden sich im täglichen Leben kaum Gedanken darüber machen, welchen Weg die Produkte bis zu den Einkaufs- stätten und Firmen machen. Seeleute, Kameraden fahren rund um die Uhr, Tag und Nacht, ob ruhige oder stürmische See. Feiertage kennen sie nicht.

Seefahrt tut not. Um diese lebensnotwendigen Transporte , Export oder Import in Krisenzeiten oder im Ernstfall --- der hoffentlich nie mehr kommen wird --- zu sichern,  unterhalten die meisten Länder wie unser Land eine Marine zum Schutze der Kauffahrteischifffahrt,  Sicherung der eigenen Küstengewässer sowie der nationalen und internationalen Seewege.  Die Freiheit auf den Meeren soll garantiert werden, überwacht von nationalen und multinationalen Schiffsverbänden der UN und der Nato.

Dafür werden unsere Marinesoldaten, die Kameraden ausgebildet.               

Wenn auch der kalte Krieg beendet ist, so hat unsere Marine außer der herkömmlichen Aufgaben einer neuen Gefahr zu begegnen:

Terror und Umweltverschmutzung. Am Horn von Afrika sind Einheiten unserer Marine tätig --- integriert im internationalen  Flottenverband des Unternehmens „ATALANTA“--- um die Übergriffe wie Kaperung und Piraterie in diesem Seegebiet zu unterbinden. Auch nach dem Seebeben vor einigen Jahren im südostasiatischen Raum --- genannt „Tsunami“, leistete die deutsche Marine humanitäre Hilfe. Im östlichen Mittelmeer an der Levanteküste vor dem Libanon sind einige Einheiten unserer Marine zu friedenserhaltenden Maßnahmen wie Unter- binden des Waffenschmuggels im UNIFIL-Einsatz. Schiffe und Flugzeuge der Marine überwachen Tag und Nacht die deutschen Küstengewässer und Seewege, um Umweltsünder dingfest zu machen. Das Meer ist reich an Nahrung, die wir alle brauchen. Altöl und Unrat haben im Meer nichts zu suchen. Deutsche Minenstreitkräfte suchen und bergen Altlasten --- Minen und andere gefährliche Waffen und Munition aus den beiden Weltkriegen in nationalen und internationalen Gewässern --- die Seestraßen sollen für alle Nationen sicher und gefahrlos sein. Auch hier dienen unsere Kameraden rund um die Uhr. --- Seefahrt tut not ---

 

Aber was hat dieser Bericht von mir mit der heutigen Jubiläumsfeier „ 90 Jahre Marinekameradschaft Passau zu tun? ---  Sehr viel.

Auf Schiffen und Booten, sei es bei der Handelsschifffahrt oder bei der „Grauen Dampferkompanie“, wie die Marine seit jeher genannt wird --- wird naturgemäß eine besondere, starke Kameradschaft gepflegt. Auf oft engstem Raum, Wochen und Monate, Wind und Wellen, den Naturgewalten der Meere ausgesetzt, muss einer dem Anderen helfen, um Boot, Schiff und Besatzung in den sicheren Hafen zu bringen. Es herrschen andere Gesetze als an Land.  Dies prägt die Kameradschaft --- meist für immer.

Am 12. Januar 1923 trafen sich ehemalige Soldaten der kaiserlichen Marine im Gasthaus „Zum grünen Baum“ in der Höllgasse in Passaus Altstadt, um eine maritime Vereinigung zu gründen. Kameradschaft, wie sie auf See gepflegt wurde, sollte auch nach dem 1.Weltkrieg fortgesetzt werden. Dachorganisation war der deutsche Marineverein, hervorgegangen aus der damaligen Kolonial- und Schutztruppenvereinigung des Kaiserreiches. Die erste Marinekameradschaft Passau war entstanden, ihr 1.Vorsitzender war Kamerad Lux. Regelmäßig trafen sich die ehemaligen Marinesoldaten und erzählten von ihrer Tätigkeit und Dienst  auf See, tauschten ihre Erfahrungen und Erinnerungen, die sie vor und während des Krieges  machten, gegenseitig aus. Die Vereinigung wurde ein rühriger und angesehener Verein in Passau. Mit Beginn und im Laufe des 3.Reiches wurde der deutsche Marineverein --- auch die Marinekameradschaft Passau --- mehr oder weniger verboten, bzw. politisch gleichgeschaltet und von 1936 bis Kriegsende der Marine-SA angegliedert. Durch den 2.Weltkrieg bedingt, kam das Vereinsleben praktisch zum Erliegen. Nach der Niederlage 1945 verboten die Siegermächte in Deutschland in den ersten Jahren Zusammenkünfte oder Neugründungen von Traditionsvereinen. Erst 10 Jahre nach dem Ende des 2.Weltkrieges, am 09.November 1955 trafen sich im Gasthaus „Zum grauen Hasen“ im Oberen Sand in Passau die Kameraden des bisherigen provisorischen Marinestammtisches und faßten den Entschluß, mit sofortiger Wirkung eine neue Marinekameradschaft im wiedergeschaffenen Deutschen Marinebund zu gründen. Die westlichen Allierten und zukünftigen Partner hatten --- nicht nur auf Grund der welt- politischen Lage --- Verbote zur Versammlungsfreiheit wieder aufgehoben. Gründungsmitglieder der Passauer Kameradschaft waren die Kameraden Hager, Plattner, Flingelli, Streibl, Ketteler, Schuster, Kohlhofer, Sesselmann, Rogner, Odia, Ehrendorfer und Hans Strobl. Zum 1.Vorsitzenden wurde Kamerad Jupp Ketteler, der Schwiegervater unserer jetzigen Fahnenmutter Bärbel Ketteler, gewählt. Als Mitglieder wurden ehemalige Kameraden der Kaiserlichen, der Reichs-, Kriegs- und Handelsmarine aufgenommen. Auch die Mitglieder der Marinejugend wurden später mit übernommen.

Die Mitglieder bekennen sich zu der im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankerten Staatsform, das ist die selbsverständliche Voraussetzung dafür. Ziele der Marinekameradschaft waren und sind die Pflege der Marinetradition, Förderung und Austausch des Seegedankens, friedlicher Wettbewerb auf See und vor allem die Kameradschaft, die uns immer verbinden soll. Ich darf hier bei dieser Gelegenheit die 1.Vorsitzenden der MK Passau in  zeitlicher Folge namentlich in Erinnerung rufen:  Wiedergründung am 09.November 1955 bis Februar 1960 Jupp Ketteler, von März 1960 bis Februar 1963 Andreas Sesselmann, von März 1963 bis März 1965 Hans Rogner, von April 1965 bis Februar 1969 Franz Bergmann, von März 1969 bis 07.Februar 1986 Helmut Friedrichs, von 07.Februar 1986 bis 03.März 2000 Werner Kummer, vom 03.März 2000 bis 04.Februar 2005 Kurt Adamovsky vom 04.Februar 2005 bis 03..März 2006 Rudolf Memminger, geschäfts- führender 2.Vorsitzender bis zur Neuwahl am 03.März 2006, vom 03.März 2006 bis 11.April 2012 Maximilian Voigtmann, ab 11.April 2012 Rudolf Memminger als 1.Vorsitzender.

Durch die Wiedergründung der Marinekameradschaft im Jahr 1955,durch das Vereinsleben als solches, sollte und soll das Interesse um die Förderung des Seegedankens auch in der Öffentlichkeit --- bei den Bürgern ---geweckt werden.Versammlungen, Vorträge maritimer Begebenheiten mit will- kommenen Gästen und Auftritten in der Öffentlichkeit werden von den Bürgern positiv aufgenommen, z.B. Maidultfestzüge mit Abordnungen des Minenjagdbootes „Passau“, Feierlichkeiten der Stadt und anderen Traditionsverbänden sowie Ausstellungen und Gedenkfeiern jeglicher Art. Unsere Aufgabe ist, völkerverbindendes Gedankengut zu pflegen. Im Jahre 1959 wurde die Marinejugend, der auch ich angehörte, gegründet. Wir lernten den Umgang mit Segelboot und Kutter, die uns zur Verfügung gestellt wurden. Mit Spleißen und Knoten sowie Modellbau verbrachten wir unsere Freizeit, meist in der Kohlbachmühle, unserem Marinehafen an der Donau, der bis heute noch von den Kameraden genutzt, und jährlich, bei gutem Wetter das Hafenfest gestaltet wird.  Durch „ Arbeitsdienst“ der Kameraden  wurde und wird das Gelände  gepflegt , in Ordnung gehalten. Die Stadt Passau übernahm am 25.Juni 1960 die Patenschaft über das neue vom Stapel gelaufene Küstenminensuchboot „Passau“ der damaligen Bundesmarine. Unter Anwesendheit des Marineinspekteurs Vizeadmiral Ruge, taufte Frau Billinger, Gattin des Oberbürgermeisters, in Cherbourg in Frankreich das Boot auf den Namen unserer Stadt. Das Boot wurde dem 2.Minensuchgeschwader in Wilhelmshaven zugeteilt. Besuche der Besatzung sowie Gegenbesuche auf dem Boot vertieften die Patenschaft. Auch die Marinekameradschaft Passau unterstützte die Stadt mit Programm und Unterkunft der Soldaten. Auch die Liebe kam, bedingt durch die Patenschaft,  nicht zu kurz. Unser Kamerad Klaus Kreis, Angehöriger des Minensuchbootes Pasau, fand hier in der Dreiflüssestadt seine zukünftige Frau. Nach Ende seiner Marinedienstzeit arbeitete unser Kamerad bis zu seiner Pensionierung in der Stadtverwaltung in Passau. Weitere Aktivitäten der MK waren z.B. die Einladung und Besuch von Admiral a.D. Theodor Kranke. Der Flaggoffizier hielt unter anderem einen Vortrag über das Panzerschiff „Deutschland“, dessen Kommandant er Anfang des zweiten Weltkrieges war. Das Operationsgebiet erstreckte sich bis in den Indischen Ozean. Selbstverständlich ist auch eine größere Spende der Stadt und der MK zur Linderung der Sturmflutopfer 1962 in Hamburg. Im Jahr 1970 wurde das Küstenminensuchboot „Passau“ außer Dienst gestellt und 1975 an den Natopartner Türkei verkauft. „Kemer“wurde sein neuer  Name, eine Stadt in der Südtürkei. Durch die Außerdienststellung der „Passau“ 1970 erlosch die Patenschaft mit unserer Stadt.

1971 wurde die Ausstellung „Deutsche Seeschiffahrt mit Filmen einige Tage in der ehemaligen Nibelungenhalle gezeigt. Die Ausstellung wurde auch von der Marinekameradschaft betreut. Besuche und Gegenbesuche anderer Marinekameradschaften, Ausrichtung maritimer Tage des Landesverbandes Bayern, Reparaturen und Modernisierung unseres Hafens in der Kohlbachmühle an der Donau zeigen von der Arbeit in den letzten Jahren und Jahrzehnten unserer MK Passau. Patenschaften mit anderen Marinekameradschaften wie Simbach am Inn, Ried im Innkreis , Regen-Viechtach und Dingolfing wurden geknüpft. Der damalige Oberbürgermeister der Stadt Passau, Herr Dr. Emil Brichta, selbst Mitglied unserer Kameradschaft,  hatte sich  lange bemüht, wieder  eine Patenschaft über ein Boot oder Schiff der Marine zu übernehmen. Wenn zunächst vergeblich, seine Liebe zur Marine wurde doch zum Erfolg. 1990 konnte die Stadt nach 20 Jahren wieder eine Patenschaft über eine schwimmende Einheit der Bundeswehr übernehmen. Eine Abordnung der Stadt unter Führung des Oberbürgermeisters Hans Hösl sowie die Marinekameradschaft nahmen im Frühjahr 1990 am Stapellauf des schnellen Minensuchbootes „Passau“ in Lemwerder bei Bremen teil. Genau am 13.März taufte die Gattin des OB, Frau Gertrud Hösl das Boot auf den Namen der Patenstadt. Erbauer war die Werft Abeking und Rasmussen. Nach Einbau der Aufbauten, Geschütze und anderen Ausrüstungsgegenständen sowie Probefahrten, Übernahme der Marine und den ersten Ausbildungen der Besatzung wurde am 18.Dezember 1990 die „Passau“ im Stützpunkt Olpenitz bei klirrender Kälte in Anwesendheit des neu gewählten Oberbürgermeisters Willi Schmöller,  Stadträten, Mitglieder des wehrpolitischen Arbeitskreises und der Marinekameradschaft feierlich in Dienst gestellt. Mit der Übergabe der Patenschaftsurkunde durch den Oberbürgermeister hatte die Stadt wieder eine „Passau“ bekommen. 1. Kommandant des Minensuchbootes war Kptl. Thomas Bläß aus Hameln. Das Boot wurde dem 5.Minensuchgeschwader in Olpenitz unterstellt. In den Jahren 2001/02 wurde die „Passau“ zum Minenjagdboot der Klasse 333 umgebaut. Durch wechselseitige Besuche in Passau bzw. auf dem Boot in  Olpenitz und ab 2006 in Kiel ist die Beziehung in den 23 Jahren --- die Patenschaft nicht nur eingelöst --- sondern auch sehr vertieft worden.  Das Boot trägt den Namen unserer Heimatstadt hinaus auf See und in  viele Länder, eine großartige Werbung für unsere Stadt. Nach Auflösung des Marinestützpunktes Olpenitz im Jahr 2006 ist die „Passau“ mit anderen  Schiffen, Booten und schwimmenden Geräten in den Stützpunkt Kiel  als neuen Heimathafen verlegt worden,  unser Patenboot wurde dem 3.Minen- suchgeschwader der Einsatzflottille 1 eingegliedert.

Die Marinekameradschaft unterstützt die Stadt in der Pflege derPaten- schaft seit dem Stapellauf bzw. der Indienststellung. Dafür bekommt der Verein jährlich von der Stadt einen kulturellen Zuschuß zur Betreuung der Gäste aus dem hohen Norden. Persönliche Kontakte, ja enge Freund- schaften haben sich im Lauf der vielen Jahre gebildet, viele Kameraden des Minenjagdbootes sind bei uns in die Kameradschaft als Mitglieder eingetreten. Von allen bisherigen Kommandanten wurden und werden wir, die Stadt und die MK laufend von den Einsätzen unseres Patenbootes in Bildern und Berichten unterrichtet, sei es von den Auslandsreisen nach Norwegen, Westafrika, Großbritannien, Odessa im schwarzen Meer, den baltischen Ländern im Ostseeraum und dem Mittelmeerstaaten. Leider wird die „Passau“ im Rahmen der neuen Bundeswehrreform Ende September 2013 außer Dienst gestellt. Der weitere Verbleib des Bootes ist noch nicht bekannt. Somit verliert die Patenstadt und wir, die MK zum zweiten Mal ein Boot der deutschen Marine mit dem Namen „Passau“. Aber kein Schiff oder Boot bleibt ewig erhalten. Mit den Besatzungsange- hörigen werden wir aber die Freundschaft und die Kameradschaft weiter pflegen und in Verbindung bleiben.

1993 erhielt die Marinekameradschaft Passau von der Marine in Kiel einen vom Tender „Isar“ ausgemusterten Motorkutter. Auf dem Landweg wurde er mit einem Schwertransporter von Kiel-Dietrichsort zum Donau- kraftwerk Jochenstein an die Schleuse gebracht, dort zu Wasser gelassen und von mir zu unserem Marinehafen Kohlbachmühle gefahren bzw. geschleppt. Hier wurde der Kutter wieder an Land gehievt und in mühe- voller Arbeit von Kameraden auf Vordermann und  Hochglanz  gebracht. Nach dem Zuwasserlassen mittels Kran fuhr ich den Kutter in das 19 km entfernte Passau direkt zum Anlegesteg am Rathausplatz. Im Beisein einer Abordnung der Besatzung unseres Minensuchbootes und des Oberbürger- meisters der Stadt Willi Schmöller, wurde unser Motorkutter im Rahmen des Bürgerfestes feierlich auf den Namen „Olpenitz“ getauft. Sirenen und Hornsignale anliegender Boote von Wasserzoll und Wasserschutzpolizei sowie das Dröhnen der Nebelhörner der Fahrgastschiffe umrahmten den Taufakt. Anschließend feierten die Bürger und Gäste von unserem Patenboot das Bürgerfest 1994 in vollen Zügen. Vom 04. Bis 07.Juni 1998 fand der alljährliche Abgeordnetentag des Deutschen Marinebundes, diesmal in Passau, statt. Ein Jahr zuvor, 1997 Beim AO-Tag in Cuxhaven stellte ich im Auftrag der MK den Antrag, der DMB möge auf Grund unseres 75-jährigen Gründungsjubiläums der MK den AO-Tag 1998 nach Passau vergeben. Das Präsidium des DMB und die anwesenden Abgeordneten stimmten sofort dafür. Viele Kameradinnen und Kameraden der Marinekameradschaft beteiligten sich, unter Führung des 1.Vorsitzenden Werner Kummer, in hervorragender Weise an der Planung und Ausführung des AO-Tages des Deutschen Marinebundes 1998. Ein ausführliches und vielseitiges Programm versprach den Abgeordneten , --- es waren ca. 450 Kameraden aus ganz Deutschland --- einen angenehmen und erlebnisreichen Aufenthalt in der Dreiflüssestadt Passau. Auch eine Abordnung des schnellen Minensuchbootes „Passau“ unter Führung des Kommandanten Kapitänleutnant Ralf Schnittka reiste von Olpenitz nach Passau, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Bei „Kaiserwetter“ wurde das Jubiläum stilgerecht auf dem Fahrgastschiff „Stadt Linz“ und einen Tag später in der ehemaligen Nibelungenhalle, wo auch der AO-Tag statt fand,  der große Marineball abgehalten. Große Beliebtheit erlangten die fast jährlichen Tagesausflüge der MK Passau, z.B. in die Wachau nach Spitz, Weißenkirchen , Dürnstein und St. Michael, zum Kloster Andechs, in den Bayerischen Wald, Regensburg und in die nähere Umgebung.  Auch die alljährlichen Hafenfeste in unserem Marinehafen Kohlbachmühle wurden je nach Witterung von den Kameraden und Gästen sehr gut angenommen. Bei den Trachtenumzügen zur Passauer Maidult  waren die MK und die Abordnungen des Patenbootes „Passau“ immer beteiligt und erregten großen Beifall der Bevölkerung in der Stadt. Zum Volkstrauertag im November jeden Jahres,  sowie am 15.08. bei der Gedenkfeier des österreichischen Kameradschaftsbundes Freinberg ist die Marinekameradschaft immer mit einer Abordnung vertreten. Am 01.Juli 2000 wurde nach Renovierung und Umbauarbeiten die neue Hafenanlage Kohlbachmühle durch den Obernzeller Pfarrer Remberger eingeweiht. Vom 02. bis 05.Mai 2002 fand in Passau das 39. Internationale U-bootfahrertreffen statt. Zirka 500 Teilnehmer aus allen europäischen Ländern, sogar aus Israel, Chile, Russland, Australien, Polen, USA und der Ukraine nahmen an den Veranstaltungen teil. Die Marinekameraden Werner Kummer und Rudolf Memminger unterstützten den Organisator der großen Veranstaltung, Fregattenkapitän Weber, bei der Planung und Durchführung dieses Treffens, das vom Verband deutscher U-Bootfahrer (VdU) hier in Passau abgehalten wurde. Unterbringung in den einzelnen Hotels, bestellen von über 25 Flaggen der teilnehmenden Länder, Zusatz-programme wie ein Dampfsonderzug „Wilhelm Bauer“ nach Ebensee am Traunsee und eine Donaufahrt mit dem Schaufelraddampfer „Schönbrunn“ nach Österreich mussten organisiert werden. Der Höhepunkt war das Platzkonzert des  Marinemusikkorps in der Innenstadt und beim Galaabend in der ehemaligen Nibelungenhalle.  Alle Teilnehmer aus dem In- und Ausland waren von diesen Veranstaltungen begeistert und nahmen hervorragende Eindrücke von der Dreiflüssestadt mit in ihre Heimat.

Am 26.September 2003 wurden im Hotel Holiday Inn der Festakt „80 Jahre Marinekameradschaft Passau“ und die Ausstellungseröffnung „ 80 Jahre Gerhard Michel, Schiffe – Küsten – Meere“ gefeiert. Der Landesleiter Bayern Horst Hexel und der DMB-Präsident Wolfgang Kämpf überbrachten im Hotel die Glückwünsche an die Marine- kameradschaft zu ihrem 80.jährigen Jubiläum. Die Kunstausstellung von unserem Mitglied und Kameraden Gerhard Michel war vom 26.September bis zum 20.Oktober 2003 zu sehen.

Arbeitstagung Landesverband Bayern Süd

Die Arbeitstagung des DMB-Landesverband Bayern Süd fand am 17.April 2004 in der „ Peschl- Terrasse in Passau mit 31 Teilnehmern statt. Erfahrungsaustausch und die Lösung anstehender Probleme wie Nach- wuchsmangel standen im Mittelpunkt der Tagung. Die Bürgermeisterin Dagmar Plenk berichtete über die historische Bedeutung Passaus und lobte das aktive Vereinsleben der Marinekameraden. Der 1.Vorsitzende der MK Passau Kurt Adamovsky begrüßte neben den vielen Vorstands- mitgliedern den Landesleiter Bayern Wolfgis Freyschmidt und den Landesleiter Süd Johann Leitl.

50.jährige Wiedergründung der MK

Am 09. November 2005 feierte die Marinekameradschaft Passau im Batavenzimmer der Peschl-Terrasse ihre 50-jährige Wiedergründung. Nach der Begrüßung der Gäste und Kameraden durch den amtierenden Vorsitzenden Rudolf Memminger richteten der Bürgermeister der Stadt Passau, Herr Dr. Anton Jungwirth und der Landesleiter Bayern Süd, Kamerad Johann Leitl, im Auftrag des Landesverbandes Grußworte an die Marinekameradschaft. Nach der musikalischen Einlage durch Julius Pösl hielt der geschäftsführende Vorsitzende Rudolf Memminger einen Vortrag unter dem Motto: „ Wiedergründung der MK Passau und das Vereinsleben in den ersten Jahren“. Der Landesleiter Bayern Süd Johann Leitl ehrte Hans Strobl und Rudolf Strunz, beides Gründungsmitglieder der MK , mit der Treuenadel des Deutschen Marinebundes in Gold und mit einer Urkunde. Der Bildervortrag „ Die Marinekameradschaft Passau in Bildern“, vorgeführt von dem Leiter des Stadtarchives Richard Schaffner, fand großes Interesse bei den Anwesenden. Die Bilder aus 50 Jahren Marine- kameradschaft , zum Teil noch nie gezeigt, wurden von Kamerad Maximilian Voigtmann zusammengetragen. Ein besonderes Geschenk überreichte Richard Schaffner der Kameradschaft. Das jahrelang vermisste und dann von Kamerad Georg Wimmer liebevoll restaurierte Modell des „Küstenminensuchbootes Passau“ fand einen würdigen Platz im Marineheim. Nach den abschließenden Worten des Vorsitzenden R. Memminger klang der Abend mit einem gemeinsamen Essen aus, bei den viele Erinnerungen ausgetauscht wurden.    

85 Jahre MK Passau 

Mit einer Tagesfahrt auf einem Donauschiff feierte die Marinekamerad- schaft Passau am 17.Mai 2008 ihr 85. Gründungsjahr.Die „MS Passau“ fuhr mit den Gästen, darunter Johann Leitl vom Landesverband Bayern und Reinhard Wachtveitl vom Kulturamt Passau, nach Engelhartszell OÖ. Das Mittagsbuffet wurde an Bord eingenommen und nach der Ankunft in Österreich wurde das Trappistenkloster Engelszell, sowie der Ort besichtigt. Bei der Hin- und Rückfahrt des Schiffes sorgte Kamerad Reinhard Wachtveitl für musikalische Umrahmung. Auch der Wettergott hat es gut gemeint, bei strahlendem Himmel konnte das Donautal von Bord aus bestaunt werden. Abordnungen von den Kameradschaften Simbach/Inn und Ried im Innkreis waren ebenfalls an Bord.                                          Schiffsmodellausstellung 2008 Am 02. August 2008 veranstaltete die Marinekameradschaft Passau in der Peschl-Terrasse zu Passau eine Schiffsmodellausstellung. Angefangen vom Donauraddampfer „Isar“ über den schweren Kreuzer „Admiral Hipper“, der 1912 gesunkenen „Titanic“, dem Torpedo- schnellboot der ehemaligen Volksmarine der DDR und anderen Modellen konnten sich die Besucher der Ausstellung von der präzisen Arbeit im Schiffsmodellbau überzeugen. Etwas Besonderes war dabei das Modell des Küstenminensuchbootes „Passau“. Es wurde von der damaligen Besatzung angefertigt und 1961 als Geschenk der Stadt Passau überreicht. Die MK verwahrt im Auftrag der Stadt als Leihgabe das Modell. Die anderen Modelle wurden von Rudolf Memminger, Arno Ottenbreit und Georg Wimmer gebaut. Der Donaumuseumsverein stellte einige Modelle zur Verfügung.

Landesverbandstagung Bayern 2010 in der Dreiflüssestadt.

Am 24. April 2010 tagte der Landesverband Bayern in der Peschl-Terrasse. Organisiert wurde die Tagung vom Landesverbandsgeschäftsführer Kurt Adamovsky und dem 1.Vorsitzenden der MK Maximilian Voigtmann. Der 1.Vorsitzende begrüßte folgende Kameraden: Stadtrat Clemens Damberger, Bezirkstagsvizepräsident Maximilian Brandl, Ehrenlandesleiter Horst Hexel, Landesverbandsleiter Wolfgis Freyschmidt und Stabskaleu a.D. Werner Schiebert. Ziel der Tagung war, sich auszutauschen und näher kennenzulernen. Der Ehrenvorsitzende Hans Strobl von der MK Passau wurde dabei für seine herausragenden Verdienste um den Deutschen Marinebund mit der silbernen Verdienstnadel und einer Urkunde geehrt. 20 Jahre Patenschaft Mij-Boot  M 1096 „Passau“ –

Stadt Passau

Patenschaftsbesuch einer Abordnung der „Passau“

Vom 29. April bis 03. Mai 2010

Aus diesem Anlass hat die Stadt Passau am 30. April eine Abordnung mit Kapitänleutnant Kim Schneidewind, Mitglieder unserer Marinekamerad- schaft und viele Gäste in den Großen Rathaussaal zu einem Festakt und anschließendem Stehempfang eingeladen. Der Oberbürgermeister Jürgen Dupper ging chronologisch die 20 Jahre  Patenschaft durch und freute sich besonders auf die engen Verbindungen, die zwischen dem Boot und der Stadt, der Marinekameradschaft und den Bürgern hergestellt wurden. Allein schon der Name des Bootes ist eine hervorragende Werbung für die Patenstadt. Als Jubiläumsgeschenk zum 20. Jahrestag erhielt der Kommandant ein Aquarell von Passau für das Boot „Passau“. Angefertigt wurde es von dem Passauer Künstler Franz X. Riederer. Zudem erhielt der Kapitänleutnant eine Flasche Wein mit dem Stadtmotiv sowie zwei mit dem Passauer Wolf gravierte Gläser. Als Dankeschön erhielt auch der Ober- bürgermeister Jürgen Dupper vom Kommandanten und der gesamten Besatzung einen Jubiläumskrug „20 Jahre Patenschaft“. Am Tag zuvor, den Ankunftstag der Besatzung haben die Stadtrats- fraktionen von CSU, SPD und Bündnis 90/ Die Grünen die Gäste aus dem hohen Norden zum Einlaufbier und Brotzeit eingeladen. Am Freitag um 17.00 Uhr war vor der Dreiländerhalle ein Standkonzert . Zum Bieranstich auf der Maidult marschierte die Besatzung im Verbund mit den Trachten- vereinen und der Marinekameradschaft mit Blasmusik in das Festzelt ein. Für den Rest des Tages war“ freies Manöver“ angesagt. Am Samstag, den 01.Mai hat die Marinekameradschaft die Gäste zum Mittagessen in die Peschl-Terrasse eingeladen. Anschließend fand auf Kosten der Stadt eine Dreiflüsserundfahrt  und anschließender Stadt- führung  statt. Am Sonntag, den 02. Mai 2012 fand im vollbesetzten St. Stephansdom ein Festgottesdienst mit vielen Trachtenvereinen mit Fahnenabordnungen aus Passau und dem Umland statt. Bürger von Passaus Patenstädten aus dem südfranzösischen Cagnes sur Mer, aus dem ungarischen Veszprem, dem spanischen Malaga und dem tschechischen Budweis und Krumau sowie die Besatzungsmitglieder der „Passau“ nahmen an diesem Hochamt teil. Beim anschließenden Festumzug  durch die Altstadt zur Stadtmitte begrüßten viele tausende Passauer Bürger die Soldaten in ihren blauen Uniformen. Anschließend fuhren alle Festgäste mit Sonderbussen zum Volksfestplatz nach Kohlbruck, um sich bei Essen und Bier zu vergnügen. Am Montag, den 03. Mai  2012 fuhren die Gäste aus Kiel, zuvor verabschiedet von der Stadt und der Marinekameradschaft , mit den besten Eindrücken und der Herzlichkeit der Bürger gegenüber den Gästen, zurück nach Kiel. Die MK Simbach am Inn, unsere Paten-MK,  feierte am 10. Oktober 2010 unter Beteiligung zahlreicher Traditionsvereine ihren 50. Geburtstag. Die MK Passau nahm an diesem Ehrentag mit einer Fahnenabordnung teil. Wir, die Marinekameradschaft Passau fördern auch die heimatkundlich, marinegeschichtlichen Einrichtungen, Information und Weiterbildung  der Mitglieder und der Öffentlichkeit über die Aufgaben der Marine, Handelsmarine, Hochseefischerei und der Binnenschifffahrt. Es werden Fachvorträge und Erörterungen aktueller, verkehrspolitischer Fragen unter Berücksichtigung der allgemeinen Schifffahrt gehalten.

Verehrte Gäste, liebe Kameradinnen, Kameraden! 90 Jahre Gründungsjubiläum --- für die Marinekameradschaft Passau ist dies heute ein ganz besonderer Tag, den es zu feiern gilt. Wir haben vieles von der Marine --- vom Bordleben als solches --- von der Seefahrt gehört. Die Marinekameradschaft Passau wird weiterhin bemüht sein, die Tradition und das Gedankengut der Seefahrt aufrecht zu erhalten, Kameradschaft zu pflegen --- den Bürgern die Notwendigkeit der Seefahrt und der Marine zu vermitteln bzw. nahe zu legen. Mit den Worten von Johannes Kinau --- alias Gorch Fock --- wünsche ich uns allen noch einen fröhlichen, harmonischen Verlauf dieser Jubiläums- feier in kameradschaftlicher Runde.

Navigare necesse est --- Seefahrt tut not.

 

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